Ist mein Broker reguliert? So prüfen Sie BaFin, CySEC und FCA
Bevor Sie bei einem Broker ein Konto eröffnen, zählt eigentlich nur eine Frage: Wem vertrauen Sie Ihr Geld an? Ein regulierter Broker wird von einer Finanzaufsicht überwacht, muss Ihre Gelder getrennt von seinem eigenen Vermögen verwahren und in Europa sowie im Vereinigten Königreich einer Entschädigungseinrichtung angehören. Ein unregulierter Broker hat keine dieser Pflichten. Die gute Nachricht: Die Prüfung ist öffentlich, kostenlos und dauert zwei Minuten.
Schritt 1: Gesellschaft und Lizenznummer finden
Scrollen Sie auf der Website des Brokers ganz nach unten. Dort sollten Sie den genauen Firmennamen (zum Beispiel „XYZ Markets Ltd“), das Land der Registrierung, den Namen der Aufsichtsbehörde und eine Lizenznummer finden (FRN im Vereinigten Königreich, CIF-Nummer auf Zypern, REGAFI-Nummer in Frankreich…). Fehlen diese Angaben, sind sie vage oder beschränken sich auf ein Logo, ist das ein erstes Warnsignal.
Schritt 2: Im offiziellen Register der Aufsicht nachsehen
Jede Behörde veröffentlicht eine Liste der Unternehmen, die sie zugelassen hat. Suchen Sie den Namen oder die Lizenznummer direkt auf der Website der Behörde – niemals über einen Link, den Ihnen der Broker schickt.
| Land | Aufsicht | Register |
|---|---|---|
| Deutschland | BaFin | portal.mvp.bafin.de |
| Vereinigtes Königreich | FCA | register.fca.org.uk |
| Zypern | CySEC | cysec.gov.cy |
| Frankreich | AMF / ACPR | regafi.fr |
| Italien | CONSOB | consob.it |
| Spanien | CNMV | cnmv.es |
| Australien | ASIC | asic.gov.au |
| Südafrika | FSCA | fsca.co.za |
Achten Sie im Registereintrag auf drei Punkte: Der Status ist aktiv (nicht „widerrufen“ oder „ausgesetzt“), die erlaubten Tätigkeiten umfassen tatsächlich den Handel mit CFDs oder Forex, und die angegebene Website stimmt exakt mit der überein, auf der Sie sich befinden.
Schritt 3: Prüfen, welche Gesellschaft Sie wirklich betreut
Viele internationale Broker betreiben mehrere Gesellschaften: eine regulierte Tochter in der EU (oft auf Zypern), eine im Vereinigten Königreich und eine oder mehrere Offshore-Gesellschaften (Seychellen, Mauritius, Vanuatu, St. Vincent…). Der Markenname ist derselbe, der Schutz aber nicht. Bei der Anmeldung steht im Kontoeröffnungsvertrag, welche Gesellschaft Ihr Vertragspartner wird – und genau die zählt. Wer in Europa wohnt und an eine Offshore-Gesellschaft verwiesen wird, verliert die meisten der unten beschriebenen Schutzmechanismen.
Was Ihnen die europäische Regulierung garantiert
- Getrennt verwahrte Kundengelder: Ihr Geld liegt auf Konten, die vom Vermögen des Brokers getrennt sind, und ist damit im Insolvenzfall grundsätzlich geschützt.
- Schutz vor negativem Kontostand: Ein Privatkunde kann nicht mehr verlieren, als er auf sein Konto eingezahlt hat.
- Begrenzter Hebel für Privatkunden: 30:1 bei den wichtigsten Währungspaaren, 20:1 bei anderen Paaren, Gold und großen Indizes, 10:1 bei Rohstoffen, 5:1 bei Aktien und 2:1 bei Kryptowährungen.
- Risikohinweis mit konkreter Zahl: Der Broker muss angeben, wie viel Prozent seiner Privatkunden Geld verlieren.
- Verbot von Boni und einzahlungsgebundenen Geschenken bei CFDs für Privatkunden.
- Entschädigungseinrichtungen im Insolvenzfall: bis zu 20.000 € auf Zypern (ICF), 70.000 € in Frankreich für Wertpapiere (FGDR), 85.000 £ im Vereinigten Königreich (FSCS); in Deutschland deckt die EdW 90 % der Forderung bis zu 20.000 € ab.
Warnsignale, bei denen Sie aufhören sollten
- Keine Lizenznummer, oder eine Nummer, die im Register nicht auftaucht.
- Eine Website-Adresse, die von der im Register abweicht: Das ist die Masche der Klone, die den Namen eines echten zugelassenen Unternehmens kopieren.
- Unerwünschte Anrufe oder Nachrichten, Druck zu schneller Einzahlung, ein „Berater“, der Gewinne verspricht.
- Einzahlungen nur in Kryptowährungen, oder Auszahlungen, die plötzlich nicht mehr möglich sind.
- Großzügige Einzahlungsboni für einen europäischen Privatkunden.
Prüfen Sie vor jeder Einzahlung die Warnungen der BaFin, die schwarzen Listen der AMF, den Dienst ScamSmart der FCA und das Warnportal der IOSCO, das Warnungen von Aufsichtsbehörden aus aller Welt bündelt.
Regulierte Broker auf Analyse-Trading vergleichen
Jedes Profil in unserem Broker-Vergleich zeigt die angegebenen Aufsichtsbehörden, die Mindesteinzahlung, den Hebel und die Plattformen, dazu Bewertungen von Mitgliedern. Prüfen Sie die Angaben vor einer Kontoeröffnung trotzdem immer im offiziellen Register: Eine Lizenz kann sich ändern, und maßgeblich ist die Gesellschaft, die in Ihrem Vertrag steht.
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Dieser Leitfaden dient nur der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
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