Freetrade Erfahrungen 2026: Unser Komplett-Test
Zuletzt aktualisiert: 01/2026 | siehe das vollständige Broker-Profil
Freetrade ist ein britischer Neobroker, der seit 2016 am Markt ist und sich vor allem im UK-Raum einen soliden Ruf aufgebaut hat. Wer nach Freetrade Erfahrungen sucht, stößt schnell auf ein Angebot, das sich auf Aktien und ETFs konzentriert – ohne CFDs, Forex oder Derivate. Dieser Freetrade Test zeigt, ob der Broker auch für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz relevant ist.
Über Freetrade
Freetrade Limited wurde 2016 in London von Adam Dodds, Viktor Nebehaj und David Latham gegründet. Das Unternehmen positioniert sich als Neobroker mit Freemium-Modell: Standardaufträge auf UK- und US-Aktien sind kostenfrei, erweiterte Funktionen sind über monatliche Abonnements zugänglich.
Ein wichtiger Meilenstein: 2024 wurde die Übernahme durch die IG Group angekündigt, die 2025 abgeschlossen wurde. Das verleiht dem Unternehmen eine solidere Basis. Freetrade zählt nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen Kunden – vorwiegend im Vereinigten Königreich.
Der Broker richtet sich primär an Langzeitanleger, die in Aktien und ETFs investieren möchten, und nicht an aktive Trader.
Regulierung und Einlagensicherheit
Freetrade wird von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) reguliert – einer der angesehensten Finanzaufsichtsbehörden weltweit.
| Regulierungsbehörde | Land | Lizenznummer |
|---|---|---|
| FCA (Financial Conduct Authority) | Vereinigtes Königreich | 783189 |
Kundengelder werden getrennt von Unternehmensgeldern verwahrt. Im Insolvenzfall greift das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) und schützt Einlagen bis zu 85.000 GBP pro Kunde.
Ein Schutz vor negativem Kontostand ist nicht vorgesehen – angesichts des fehlenden Hebelprodukts-Angebots ist das jedoch ohne praktische Relevanz.
Für Anleger aus der DACH-Region: Freetrade ist über den EU-Pass in mehreren europäischen Ländern tätig, darunter Deutschland. Das regulatorische Fundament ist solide, jedoch gelten britische Regulierungsstandards nach dem Brexit nicht mehr automatisch als EU-äquivalent.
Handelskonditionen
Freetrade verfolgt ein Provisionsmodell ohne klassische Spreads. Es fallen keine Ordergebühren auf Standardaufträge an – die Kosten entstehen durch Wechselkursgebühren (FX-Gebühren) bei Fremdwährungsgeschäften.
Kontomodelle im Überblick
| Kontotyp | Monatliche Gebühr | FX-Gebühr | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Basic (Standard) | 0 GBP | 0,99 % | Grundzugang, keine ISA |
| Standard | 5,99 GBP | 0,59 % | ISA-Konto inklusive |
| Plus | 11,99 GBP | 0,39 % | ISA + SIPP inklusive |
- Mindesteinlage: 0 GBP
- Hebel: nicht verfügbar (0x)
- Basiswährungen: GBP, EUR, USD
- Fraktionale Aktien (USA): ab 1 GBP
Die FX-Gebühren sollten Anleger aus der DACH-Region besonders beachten: Bei häufigen US-Aktieninvestitionen summieren sich 0,99 % (Basic) merklich.
Handelsplattformen
Freetrade setzt konsequent auf einen Mobile-First-Ansatz. Eine Desktop-Anwendung steht nicht zur Verfügung.
| Plattform | Web | Mobile | Desktop |
|---|---|---|---|
| Freetrade App | Ja | Ja (iOS/Android) | Nein |
Die App wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als benutzerfreundlich und übersichtlich. Sie eignet sich gut für Buy-and-Hold-Anleger, die ihr Portfolio von unterwegs verwalten möchten.
Verfügbare Tools in der Plattform:
- ISA (Stocks & Shares ISA, bis 20.000 GBP/Jahr steuerfrei – UK-spezifisch)
- SIPP (Self-Invested Personal Pension – UK-Rentenkonten)
- Investitionspläne (automatisiertes Sparen)
- Fraktionale Aktien für US-Werte
- Push-Benachrichtigungen
Für aktive Trader oder technische Analysten ist die Plattform allerdings ungeeignet. Charting-Tools, Indikatoren oder algorithmischer Handel sind nicht verfügbar.
Verfügbare Instrumente
Das Angebot von Freetrade konzentriert sich klar auf Aktien und ETFs. CFDs, Forex, Kryptowährungen und Derivate fehlen vollständig.
| Anlageklasse | Verfügbarkeit |
|---|---|
| Aktien UK (LSE, AIM) | Ja, umfangreich |
| Aktien US (NYSE, NASDAQ) | Ja |
| ETFs | 400+ |
| Anleihen | 50+ |
| Forex-Paare | Nicht verfügbar |
| CFDs | Nicht verfügbar |
| Kryptowährungen | Nicht verfügbar |
| Futures / Optionen | Nicht verfügbar |
| Rohstoffe | Nicht verfügbar |
Gesamtinstrumente: Über 6.200 Aktien und ETFs aus UK und USA.
Das Angebot an europäischen Titeln (DE, FR, IT, etc.) ist begrenzt. Wer gezielt deutsche oder europäische Aktien kaufen möchte, wird möglicherweise nicht fündig.
Ein- und Auszahlungen
Freetrade bietet mehrere Einzahlungsmethoden und erhebt keine Gebühren auf Ein- oder Auszahlungen.
Einzahlungsoptionen:
- SEPA-Überweisung
- Bankkarte
- Apple Pay
- Google Pay
- Open Banking
Auszahlungen:
- Methode: SEPA-Überweisung
- Gebühr: kostenlos
- Bearbeitungszeit: 1–2 Werktage
Keine Inaktivitätsgebühren. Die Kontoführung ist im Basic-Tarif vollständig kostenlos, sofern keine Fremdwährungsgeschäfte anfallen.
Kundenservice und Schulung
Der Kundensupport ist auf Werktage beschränkt und ausschließlich über digitale Kanäle erreichbar.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Erreichbarkeit | Montag–Freitag, 8:00–18:00 Uhr |
| Kanäle | In-App-Chat, E-Mail |
| Sprachen | EN, FR, DE, IT, ES, NL, SV |
Telefonischer Support ist nicht vorgesehen. Die Reaktionszeiten per E-Mail sind laut Nutzerbewertungen durchwachsen. Der deutschsprachige Support ist vorhanden, aber nicht primär.
Bildungsangebot:
- E-Books: verfügbar
- Videos: verfügbar
- Webinare: begrenzt
- Demokonto: nicht verfügbar
Das Fehlen eines Demokontos ist ein spürbarer Nachteil. Anfänger müssen direkt mit echtem Kapital starten, was den Einstieg erschwert.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Ordergebühren von 0 GBP für UK- und US-Aktien (Basic-Plan)
- FSCS-Einlagensicherung bis 85.000 GBP
- Fraktionale US-Aktien ab 1 GBP
- Übernahme durch IG Group erhöht die Stabilität
- Keine Mindesteinlage
- Keine Inaktivitätsgebühren
- Mehrsprachige App (inkl. Deutsch)
Nachteile
- Kein CFD-, Forex-, Krypto- oder Derivate-Angebot
- Kein Desktop-Client
- FX-Gebühr im Basic-Tarif 0,99 % (für DACH-Anleger relevant)
- Kein Demokonto
- Begrenzte Bildungsressourcen
- Europäische Aktien (DE, FR, etc.) nur eingeschränkt verfügbar
- ISA und SIPP sind steuerliche UK-Produkte ohne Nutzen für DACH-Anleger
Häufige Fragen
Ist Freetrade seriös? Ja. Freetrade ist FCA-reguliert (Lizenz 783189) und seit 2025 Teil der IG Group. Kundengelder sind durch das FSCS bis zu 85.000 GBP geschützt.
Kann ich als Anleger aus Deutschland Freetrade nutzen? Grundsätzlich ja, da Freetrade über den EU-Pass in Deutschland tätig ist. Die Plattform und der Support sind auf Deutsch verfügbar. Steuerliche Besonderheiten (z.B. deutsche Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag) müssen Anleger jedoch eigenständig berücksichtigen – eine automatische Steuerabführung ans deutsche Finanzamt erfolgt nicht.
Gibt es ein Demokonto? Nein. Freetrade bietet kein Demokonto an. Der Einstieg erfolgt direkt mit echtem Kapital.
Was kostet Freetrade monatlich? Das Basic-Konto ist kostenlos. Das Standard-Konto kostet 5,99 GBP/Monat, das Plus-Konto 11,99 GBP/Monat.
Welche Steuerpflichten entstehen für DACH-Anleger? Kursgewinne und Dividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer (25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag). Da Freetrade keine inländische Depotbank ist, sind Anleger in der Regel selbst zur Deklaration in der Steuererklärung verpflichtet.
Fazit
Gesamtbewertung: 6,5/10
Freetrade ist ein solider Neobroker für langfristig orientierte Anleger, die primär in britische und US-amerikanische Aktien investieren möchten. Die FCA-Regulierung, die FSCS-Absicherung bis 85.000 GBP und die kostenfreien Standardorders sind klare Pluspunkte. Die Übernahme durch die IG Group verleiht dem Broker zusätzliche Stabilität.
Für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind jedoch wesentliche Einschränkungen zu beachten: Das Angebot europäischer Aktien ist dünn, ein Demokonto fehlt, und die steuerlichen UK-Produkte (ISA, SIPP) bieten für DACH-Nutzer keinen Mehrwert. Die FX-Gebühr von 0,99 % im Basic-Tarif ist für Anleger, die regelmäßig in US-Aktien investieren, spürbar.
Der Freetrade Erfahrungsbericht fällt damit differenziert aus: Als ergänzendes Depot für UK- und US-Aktien kann Freetrade interessant sein. Als Hauptbroker für DACH-Anleger empfehlen sich Alternativen mit breiterem europäischen Angebot und automatischer Steuerabführung.
Trading birgt das Risiko von Kapitalverlusten.
Artikel verfasst vom Analyse Trading-Team (@analysetrading) · Aktualisiert am 01/2026 · siehe das vollständige Broker-Profil
Hinweis: Trading birgt ein hohes Verlustrisiko. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.

