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Spread, Kommission und Slippage: die Kosten, die du bei jedem Trade zahlst

6 Min. LesezeitKostenlosAnalyse-Trading Team
Das Wichtigste
  • Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs: Du zahlst ihn schon beim Eröffnen.
  • Ein ECN-Konto zeigt einen engen Spread, berechnet aber eine Kommission: Vergleiche immer die Gesamtkosten.
  • Slippage und Spread-Ausweitung treffen dich vor allem bei Wirtschaftsdaten, zur Eröffnung und nachts.
Inhalt
  1. Der Spread: die Differenz zwischen zwei Kursen
  2. Fester oder variabler Spread
  3. Die Kommission bei ECN- und Raw-Spread-Konten
  4. Slippage: wenn der Kurs abrutscht
  5. Wann die Kosten explodieren

Jedes Mal, wenn du eine Position eröffnest, startest du leicht im Minus. Das ist kein Fehler deiner Plattform: Es sind die Kosten für den Marktzugang. Sie kommen in drei Hauptformen, Spread, Kommission und Slippage. Einzeln wirken sie winzig. Über Hunderte Trades summiert, können sie den Unterschied zwischen einer profitablen und einer verlustreichen Strategie ausmachen.

Der Spread: die Differenz zwischen zwei Kursen

Dein Broker zeigt dir jederzeit zwei Kurse. Der Bid ist der Kurs, zu dem du verkaufen kannst. Der Ask ist der Kurs, zu dem du kaufen kannst. Der Ask liegt immer über dem Bid, und die Differenz heißt Spread.

Spread = Ask-Kurs − Bid-Kurs
Bid (Verkauf)1,0850Ask (Kauf)1,0851Spread = 1 pip
Du kaufst zum höheren Ask-Kurs und verkaufst zum niedrigeren Bid-Kurs: Die Differenz dazwischen ist der Spread.
Spreadkosten für 1 Lot EUR/USD
Bid-Kurs
1,08500
Ask-Kurs
1,08512
Spread
0,00012, also 1,2 Pips
Pipwert für 1 Lot
10 $
Spreadkosten
1,2 × 10 $ = 12 $

Kaufst du und verkaufst sofort wieder, ohne dass sich der Kurs bewegt, verlierst du diese 12 $.

Konkret: Kaufst du bei 1,08512, wird deine Position zum Bid von 1,08500 bewertet. Der Markt muss also 1,2 Pips steigen, nur damit du wieder bei null bist. Je kleiner dein Ziel, desto stärker fällt dieser Break-even ins Gewicht.

Fester oder variabler Spread

Manche Broker bieten einen festen Spread: zum Beispiel 1,5 Pips auf EUR/USD, egal wie der Markt aussieht. Das ist planbar, aber dieser Spread ist meist breiter als der Durchschnitt eines variablen Spreads, und der Broker kann deine Order in hektischen Phasen trotzdem ablehnen oder neu quotieren (Requote).

Die meisten Broker arbeiten heute mit einem variablen Spread (auch floating), der der Marktliquidität folgt. Auf einem Major-Paar kann er während der Londoner Sitzung oder der Überschneidung London–New York sehr tief fallen. Zu anderen Zeiten weitet er sich deutlich aus. Der auf Brokerseiten angegebene Spread „ab“ entspricht den besten Bedingungen, nicht dem Durchschnitt.

Die Kommission bei ECN- und Raw-Spread-Konten

Es gibt zwei große Preismodelle. Beim Standardkonto verdient der Broker nur am Spread, ohne Kommission. Beim ECN- oder Raw-Spread-Konto liegt der Spread nahe am Interbankenspread, aber du zahlst eine feste Kommission pro Lot, meist beim Eröffnen und beim Schließen.

Standardkonto gegen ECN-Konto, 1 Lot EUR/USD
Standardkonto: Spread 1,2 Pips
12 $
Standardkonto: Kommission
0 $
ECN-Konto: Spread 0,2 Pips
2 $
ECN-Konto: Kommission 3,50 $ pro Lot und Seite
3,50 × 2 = 7 $
Gesamtkosten
Standard 12 $, ECN 9 $ (0,9 Pips)

Die Zahlen sind realistische Beispiele; vergleiche immer die tatsächlichen Konditionen deines Brokers.

Um zwei Angebote zu vergleichen, rechne alles in Pips um. Eine Kommission von 7 Dollar pro Round Turn auf ein Lot entspricht 0,7 Pips auf EUR/USD. Addiere sie zum Rohspread, und du hast die echten Kosten. Achte auch darauf, ob Kommissionen „pro Seite“ oder „pro Round Turn“ angegeben sind: Dasselbe Angebot kann je nach Darstellung halb so teuer wirken.

Denk auch an dein Handelsvolumen. Wer zwei Positionen im Monat eröffnet, merkt kaum einen Unterschied zwischen den Modellen. Wer mehrere am Tag eröffnet, kann mit dem passenden Preismodell Hunderte Dollar im Jahr sparen.

Slippage: wenn der Kurs abrutscht

Slippage ist die Differenz zwischen dem Kurs, den du verlangst, und dem Kurs, zu dem deine Order tatsächlich ausgeführt wird. Sie betrifft Market- und Stop-Orders, auch deinen Stop Loss. Sie entsteht, wenn sich der Kurs zwischen deinem Klick und dem Eintreffen der Order am Markt bewegt oder wenn zu deinem Kurs nicht genug Liquidität vorhanden ist.

  • Negative Slippage: Du klickst, um bei 1,0851 zu kaufen, und wirst bei 1,0854 ausgeführt. Bei einem Lot kosten dich diese 3 Pips 30 $.
  • Positive Slippage: Du klickst bei 1,0851 und wirst bei 1,0849 ausgeführt. Du gewinnst 2 Pips, also 20 $ bei einem Lot.
  • Abgerutschter Stop Loss: Dein Stop liegt bei 1,0800, aber eine Nachricht lässt den Kurs von 1,0805 auf 1,0790 springen. Du steigst bei 1,0790 aus, 10 Pips weiter als geplant.

Ein seriöser Broker gibt Slippage in beide Richtungen weiter. Siehst du über Monate nie positive Slippage, während du oft negative erlebst, solltest du die Ausführungsqualität hinterfragen.

Wann die Kosten explodieren

Spread und Slippage sind nicht konstant. Sie steigen in einigen bekannten Momenten stark an, die jeder Trader im Voraus kennen sollte.

  • Wichtige Wirtschaftsdaten: US-Arbeitsmarktbericht, Zinsentscheide, Inflation. Kurz davor und danach verschwindet die Liquidität, und der Spread kann sich um mehrere Pips ausweiten.
  • Die Markteröffnung am Sonntagabend: Die Kurse starten nach dem Wochenende, oft mit einer Lücke und sehr breiten Spreads.
  • Der Tageswechsel gegen 23 Uhr deutscher Zeit: Während des Rollovers ziehen sich viele Liquiditätsgeber für einige Minuten zurück.
  • Die Eröffnung der Aktienmärkte: Beim DAX um 9 Uhr oder beim S&P 500 um 15:30 Uhr deutscher Zeit sind die ersten Minuten oft hektisch.

Um den Einfluss dieser Kosten auf deine Positionsgröße zu messen, berechne zuerst den Pipwert des gehandelten Instruments. Dann kannst du jeden Spread und jede Kommission in Euro oder Dollar umrechnen.

Pip-Wert-Rechner

Wert eines Pips10,00 $
Für 10 Pips100,00 $
Für 50 Pips500,00 $

Kosten sind kein Grund, nicht zu traden, aber sie gehören in deine Rechnung. Der Handel mit Hebel führt bei der Mehrheit der Privatanleger zu Verlusten, und schlecht kontrollierte Kosten tragen dazu bei. In der nächsten Lektion lernst du die letzten Kosten kennen, die jede Nacht anfallen: den Swap.

Prüfe, ob du es verstanden hast

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1. EUR/USD zeigt einen Bid von 1,08500 und einen Ask von 1,08515. Wie hoch ist der Spread?
2. Ein ECN-Konto zeigt 0,1 Pips Spread und 3 $ Kommission pro Lot und Seite. Wie hoch sind die Gesamtkosten für 1 Lot EUR/USD?
3. Deine Market-Kauforder wird zu einem niedrigeren Kurs ausgeführt als beim Klick angezeigt. Das ist:

Bildungsinhalt, keine Anlageberatung. Trading mit Hebel birgt ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren: Die Mehrheit der Privatanlegerkonten verliert mit diesen Produkten Geld.