Die Tradingplattformen: MT4, MT5, cTrader und TradingView
- MT4 und MT5 sind bei Forex- und CFD-Brokern nach wie vor am weitesten verbreitet, wobei MT5 die umfassendere ist.
- TradingView glänzt bei der Chartanalyse; cTrader überzeugt mit Orderbuch und klarer Oberfläche.
- Analysieren am Rechner, überwachen am Handy: Das Smartphone dient zum Verfolgen und Anpassen, selten zum Vorbereiten eines Trades.
Die Tradingplattform ist die Software, die dich mit deinem Broker verbindet. Sie zeigt Kurse, Charts und dein Konto an, und über sie laufen alle deine Orders. Du wirst Hunderte Stunden darin verbringen: Wähle also ein Werkzeug, das du verstehst und das zu deiner Arbeitsweise passt.
Die Wahl hängt oft vom Broker ab, denn jeder bietet nur bestimmte Plattformen an. Du solltest also wissen, was du suchst, bevor du ein Konto eröffnest.
MetaTrader 4 und MetaTrader 5
Entwickelt von der Firma MetaQuotes, sind MetaTrader 4 (erschienen 2005) und MetaTrader 5 (erschienen 2010) die weltweit meistgenutzten Plattformen bei Forex- und CFD-Brokern. Für den Trader sind sie kostenlos und auf dem Rechner, im Browser und mobil verfügbar.
MT4 wurde für Forex konzipiert. Einfach und stabil, bietet sie 9 Zeiteinheiten, rund dreißig eingebaute Indikatoren und Tausende Tools aus der Community. Strategien lassen sich mit Expert Advisors automatisieren, Programmen in der Sprache MQL4. Der Hersteller drängt die Broker inzwischen zur neueren Version.
MT5 übernimmt dieselben Prinzipien und ist umfassender. Sie bietet 21 Zeiteinheiten, mehr Indikatoren und Ordertypen, einen integrierten Wirtschaftskalender, die Anzeige der Markttiefe und einen schnelleren Strategietester. Sie wurde für mehrere Anlageklassen entwickelt: Forex, Indizes, Aktien, Rohstoffe und Futures.
cTrader und TradingView
cTrader von Spotware wird für seine moderne, übersichtliche Oberfläche geschätzt. Er zeigt die Markttiefe mit den verfügbaren Volumen auf jedem Kursniveau, bietet erweiterte Ordertypen und die Möglichkeit, Roboter in C# zu programmieren. Man findet ihn vor allem bei Brokern mit ECN-Modell, mit Rohspreads und Kommission.
TradingView ist in erster Linie eine Plattform für Chartanalyse, im Browser oder als App. Seine Charts gehören zu den angenehmsten am Markt, mit Hunderten Indikatoren, präzisen Zeichenwerkzeugen, Alarmen und einer eigenen Skriptsprache, Pine Script. Bei manchen Partnerbrokern kann man dort Orders platzieren, viele Trader nutzen es aber nur zur Analyse und führen woanders aus.
Die eigene Plattform des Brokers
Viele Broker entwickeln ihre eigene Plattform, als Web- und Mobilversion. Sie ist oft einfacher zu bedienen und gut in den Kundenbereich integriert, mit Ein- und Auszahlungen und Dokumenten an einem Ort. Manche sind sehr gelungen, besonders mobil.
Ihre Grenze ist die Übertragbarkeit. Wechselst du den Broker, verlierst du deine Gewohnheiten, deine Chartvorlagen und deine eigenen Indikatoren. Auch Automatisierung und fortgeschrittene Analysewerkzeuge sind dort oft eingeschränkter als bei MetaTrader oder cTrader.
| Plattform | Stärke | Grenze | Für wen |
|---|---|---|---|
| MT4 | Einfachheit, riesige Community | Weniger Zeiteinheiten und Anlageklassen | Forex-Trader, die ein bewährtes Tool wollen |
| MT5 | Umfassend und für mehrere Anlageklassen | In die Jahre gekommene Oberfläche | Die meisten Forex- und CFD-Trader |
| cTrader | Markttiefe, Bedienkomfort | Weniger Broker bieten ihn an | Trader, denen die Ausführung wichtig ist |
| TradingView | Charts und Analyse | Ausführung nur bei Partnerbrokern | Analyse und Vorbereitung der Trades |
| Eigene Brokerplattform | Einfachheit, Integration ins Konto | Kaum übertragbar, weniger Tools | Einsteiger, vor allem mobile Nutzung |
Handy oder Rechner?
Mobile Apps können heute alles: Positionen eröffnen, ändern und schließen, Alarme setzen, Charts ansehen. Sie sind ideal, um eine Position zu überwachen und anzupassen, zum Beispiel den Stop Loss nachzuziehen, wenn der Kurs in deine Richtung läuft.
Zum Vorbereiten eines Trades ist der Rechner klar überlegen. Auf einem großen Bildschirm kannst du mehrere Zeiteinheiten nebeneinander anzeigen, Niveaus präzise einzeichnen und Abstand gewinnen. Viele teure Fehler entstehen aus einer Entscheidung auf einem kleinen Bildschirm, unterwegs in der Bahn, aus einer Emotion heraus.
- Am Rechner: Analyse, Tradingplan, Berechnung der Positionsgröße, Platzieren der Orders.
- Am Handy: Positionen verfolgen, Alarme empfangen, bei Unvorhergesehenem anpassen oder schließen.
- Sicherheit: Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung für deinen Kundenbereich und schütze dein Handy mit einem Code.
Eine gute Gewohnheit: Bereite deine Orders vorab am Rechner vor, mit Limit-Order auf deinem Einstiegskurs, Stop Loss und Ziel bereits eingetragen. Das Handy dient dann nur noch zur Kontrolle, ob alles wie geplant läuft. So musst du keine wichtige Entscheidung unter Zeitdruck treffen.
Denk auch an die Verbindung. Eine Position, die du aus einem Funkloch heraus verwaltest, kann im schlechtesten Moment unbeaufsichtigt sein. Ein Grund mehr, warum jede Position einen beim Broker hinterlegten Stop Loss haben sollte, nicht nur einen im Kopf.
Richtig wählen und Ergebnisse belegen
- Fang beim Broker an: Seine Regulierung und seine Kosten zählen mehr als die Oberfläche.
- Teste die Plattform einige Wochen auf einem Demokonto, bevor du Geld einzahlst.
- Prüfe die Ausführungsqualität: Geschwindigkeit, Slippage, Verhalten bei Nachrichten.
- Bleib lange genug bei einem Tool, um es zu beherrschen, statt bei jedem Frust zu wechseln.
Die Plattform speichert auch die vollständige Historie deiner Trades. Das sind wertvolle Daten: Damit kannst du deine Ergebnisse analysieren und sie verlässlich vorzeigen. Ein Screenshot lässt sich leicht bearbeiten, eine direkt aus dem Brokerkonto gelesene Historie nicht.
Auf Analyse-Trading kannst du dein Tradingkonto verbinden, um einen verifizierten Track Record anzuzeigen, berechnet aus deinen echten Trades: Performance, Drawdown, Anzahl der Trades. Das ist auch ein sehr gutes Mittel, um deinen eigenen Fortschritt über die Monate zu verfolgen.
Prüfe, ob du es verstanden hast
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